Rizin, was ist das?

Rizinuspflanze mit Samenkapseln, Foto L. Beutin

Rizin ist ein Eiweiß, das in den Samen des Rizinusstrauches (Ricinus communis) gebildet wird. Es ist ein starkes Zellgift (Toxin), das tierische und menschliche Körperzellen zum Absterben bringt. Rizin wirkt als Enzym, es hemmt in den Zellen die Bildung von Proteinen und bringt so den Stoffwechsel zum Erliegen. In Folge kommt es zum Absterben der Körperzellen und Organschäden bis hin zum Tod.

 

Durch den Gehalt an Rizin schützt die Rizinuspflanze ihre schmackhaften, ölhaltigen Samen vor tierischen Fressfeinden, die diese instinktiv meiden.

 

Die Rizinpflanze wird zur Gewinnung von Öl, das aus den Samen gewonnen wird, kultiviert. Rizinusöl enthält kein Rizin. Es wirkt nicht nur abführend, sondern dient auch als Grundstoff für viele Produkte (Schmierstoffe, Kosmetika, pharmazeutische Produkte). Wegen des attraktiven Aussehens des Rizinusstrauches wird die Pflanze auch gerne als Zierpflanze verwendet (auf dem Bild in einem Vorgarten am Stadtrand von Pamplona)

 

Samen der Rizinuspflanze, Foto L. Beutin

Die ca. 1 cm langen Samen der Rizinuspflanze, die an vollgesogene Zecken erinnern. Die  scheckigen Samen wurden unter anderem zur Herstellung von Halsketten verwendet, mit gefährlichen Folgen. Der Verzehr von nur wenigen Rizinussamen kann tödlich sein.